HUNGERLEIDER im Bayerischen Rundfunk

Annerose Zuber vom Bayerischen Rundfunk war bei den Proben und hat schon mal einen Blick auf “Hungerleider” geworfen. Ihr Resümee: “Ein äußerst sehenswertes Stück voller dramatischer Momente, aber auch mit leichten träumerische Szenen, mit Komik, mit praller Lebensfreude. HUNGERLEIDER von Roland Spranger am Theater Hof sollten Sie sich nicht entgehen lassen”. Hier zum Nachhören:

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Aus dem Leben eines Glauser-Juroren (letzter Teil)

Der Juror an seinem Sommer-Arbeitsplatz

Selbst-Interview anlässlich des Endes meines Juroren-Jahres.

Roland, ein Jahr als Juror des Friedrich-Glauser-Preises in der Sparte “Roman” liegt hinter dir. Was hat sich verändert?

Wir haben ein Regal mehr in der Wohnung.

Wieviel Bücher sind eingegangen?

287. Oder 288? Ich habe aus versehen auch 2 Romane gelesen, für die ich nicht zuständig war, weil sie in die Sparte “Debüt” gehörten. Unter anderem einen sehr ordentlichen Zombie-Roman. 

Nimmst du für dich was mit?

Wenn es um deutschsprachige Krimis 2014 geht, kann ich vermutlich die 250000-€-Frage bei “Wer wird Millionär?” beantworten. 

Krimi ist ja auch immer ein Spiegel der Gegenwart. Haben sich dir neue Fragen gestellt – oder gar neue Abgründe aufgetan?

Ich frage mich, was aus den beiden netten, blonden Paketzustellerinnen geworden ist, die zum Jahresende hin durch Männer ersetzt wurden. Außerdem war ich erstaunt, wie viel Schrott von großen Verlagen veröffentlicht wird. Und wie viele Perlen bei kleinen Verlagen erscheinen. Manchmal auch umgekehrt.

Wie muss man sich eine Sitzung der Glauser-Jury vorstellen?

Wie einen Polit-Thriller.

Habt ihr deiner Meinung nach einen würdigen Siegertitel gefunden?

Ich halte gerne die Laudatio.

Gab es auch bittere Momente bei der Entscheidungsfindung?

Als wir uns von den Romanen verabschiedet haben, die aus unterschiedlichen Gründen auch eine Nominierung verdient hätten – aber es können halt nur 5 Bücher sein.

Was hat dich am Meisten amüsiert? 

Die Fehler. Vorsicht, Klugscheißeralarm! Dinge, die man als AutorIn durchaus wissen sollte. Vor allem, wenn man in einem Roman darüber schreibt (und wo war eigentlich das Lektorat?): Die alliierte Invasion in der Normandie fand am 06. Juni 1944 statt – und nicht am 06. August. Und nein – Sylt ist NICHT die größte deutsche Insel. Von einem besonders krassen Fehler habe ich noch einen Fotobeweis:

Beim Anblick des Frontcovers freut sich die Autorin vermutlich noch über ihr Belegexemplar...

... bis der Blick der Autorin auf den Buchrücken fällt.

Was hast du als Erstes nach der Juroren-Tätigkeit gemacht?

Ich habe mich bei Netflix angemeldet. 

Danke für dieses Selbstgespräch.

Aber immer.

 

Heimat-Gwaaf

Foto: Roland Spranger

„Hungerleider“, das neue Stück des Hofer Autoren Roland Spranger, steht ab dem 13.02. auf dem Spielplan des Theaters Hof. Das Stück unternimmt nicht nur eine Zeitreise ins Wirtschaftswunderland, sondern erzählt auch von Flucht, von neuer Heimat, den Freuden einer Waschmaschine und Rock’n'Roll.
Aus Anlass der „Hungerleider“-Uraufführung gibt es einen Tag vor der Premiere eine Sonderausgabe der Talk-Show „Nachtgebiete – GWAAF zer Nacht“, die sich der „Heimat“ widmet. Dieses Thema steht auch im Mittelpunkt des Stücks.
Die Heimat wird besungen, beschrieben, gehasst und geliebt, obwohl man nur schwer erklären kann, was sie eigentlich ist. Trotzdem erzeugt sie schnell einfache Gefühle – und tief romantische.
Zu den Gästen, die mit Roland Spranger beim Heimat-Gwaaf diskutieren, gehören: Antje Hochholdinger (Schauspielerin und Regisseurin), Hülya Wunderlich (Aktivistin und Stadträtin), Thanos Kießling (Dichter), Rainer Krauß (Pressesprecher der Stadt Hof) sowie andere spannende Gäste.

Zeit: 12. Februar 2015 – 20 Uhr 15

Ort: KunstKaufHaus Hof

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Hut ab, Frau Weigl!

Eva Weigl erklärt Roland Spranger und Alina Juravel auf der Leipziger Buchmesse wie man ein gutes Spürnäschen beim Entdecken preiswürdiger Texte entwickelt. (Foto: Marcel Kliemann)

Ein dreifach Hoch auf meine überaus geschätzte Lektorin Eva Weigl. Sie hat tatsächlich das Kunststück fertiggebracht, dass 3mal in Folge ein von ihr entdeckter und betreuter Text für den Friedrich-Glauser- bzw. Hansjörg-Martin-Preis nominiert wurde: 2013 KRIEGSGEBIETE (von Roland Spranger), 2014 HERRN PETERMANNS UNBEDINGTER WUNSCH NACH RUHE (von Michael Böhm) und 2015 DER MEPHISTO-DEAL (von Kaja Bergmann). Chapeau!

Meine Kollegin Eva-Ruth Landys kommentierte die Angelegenheit so: “Eva Weigl ist ein Trüffelschweinchen erster Güte – das ist mal klar”. Recht hat sie.