Trotzdem reden. Trotzdem frei sein.

Ein grauenvoller Tag mit einem Massaker an Menschen, die nichts weiter getan haben, als kreativ, kritisch und komisch zu sein. Warum wird man vom Barbarentum immer wieder überrascht, obwohl man es schon gut kennt? Und als wäre einem nicht schon schlecht genug, versuchen Pegidia, NPD und AfD aus den Toten von Paris Gewinn zu schlagen. Plötzlich entdecken die selbsternannten Retter des Abendlands “Aufklärung” und die Freuden der freien Meinungsäußerung für sich, obwohl man sonst gerne die “Lügenpresse” klatschen würde.

Mein Sohn Lukas fragte mich vorhin: “Möchtest du hier kotzen oder im Auto kotzen?” – “Ich glaube beides.”

Blöde Frage: Kann man nach so einem Tag auf das GWAAF, eine Talkshow ohne Kameras in einer oberfränkischen Stadt, hinweisen? Ich denke doch.

Die Morde der menschenverachtenden Terroristen waren ja gerade ein Angriff auf die Meinungs-, Rede- und Gedankenfreiheit. In diesem Sinne: Wir nehmen sie uns – WIR REDEN WEITER!

Kein Islamismus! Kein Pegida! Keine Faschismus!

Und ich freue mich auf meine Gäste: Stefanie Schulze, Leiterin Programmgestaltung und Moderatorin bei TVO (Fernsehen für Oberfranken). Claudia Wagner, Theaterpädagogin und Theatermacherin. Iram Monzon, Mexikanischer Braumeister bei Mytika Cerveza.

“Nachtgebiete – GWAAF zer Nacht” am Do., 08.01. (20 Uhr 15) im KunstKaufHaus Hof.

Stefanie Schulze

Claudia Wagner

 

Iram Monzon

ERSTER ERSTER

Das war das… Pffft: Geschafft! Silvester ist schwierig. Es gibt quasi ein gesellschaftliches Übereinkommen darüber, diesen Abend in Gesellschaft zu verbringen, obwohl man eigentlich ausreichend mit sich selbst und dem steten Wechselbad seiner Gefühle beschäftigt ist: Schwankend zwischen dem Elend der Rückschau das vergangene und wilden Welteroberungsplänen das nächste Kalenderjahr betreffend. Unterbrochen nur vom wehmütigen Blick auf die eigene Vergänglichkeit und die 92 Schuss der Cerberus-Feuerwerks-Batterie. Wenigstens gibt es auch ein breites gesellschaftliches Übereinkommen darüber, dass sich so ein Abend ohne Drogenkonsum nur schwer überstehen lässt. “Ich hasse Silvester. Da saufen auch die Amateure.” (Harald Juhnke)

Am nächsten Tag wachst du auf – und der Kopf ist nicht mal so weich, wie erwartet. Es geht einfach weiter. Für die, die nicht damit gerechnet oder es verdrängt haben, hier ein Tipp zum neujährlichen Kalenderkauf:
“Literarischer Krimikalender 2015″ aus dem ars vivendi verlag. Verlagsinfo: “Kriminell gut: In diesem preisgekrönten Kalender würzen 53 Kurzkrimis namhafter Autoren den Alltag mit atemloser Spannung und jeder Menge Nervenkitzel”. Schön ausschauen tut’s auch (wie immer bei ars vivendi). Passend zum Jahreswechsel macht mein Kürzestkrimi “Glückskeks” in dieser Kalenderwoche (29.12. – 04.01.) gleich den Anfang des bunten Reigens.

Viel Spaß im Neuen Jahr jedenfalls – ob mit oder ohne Kalender!