5 Fragen an … Roland Spranger

5 Fragen an …
… Roland Spranger

(veröffentlicht in der Bookspot-Leseprobe zu KRIEGSGEBIETE)

 

1. Ihr Roman »Kriegsgebiete« hat den renommierten Glauser-
Krimipreis 2013 in der Königskategorie »Roman« gewonnen.
Wie geht es weiter nach diesem fulminanten Erfolg,
bleiben Sie dem Genre »Krimi und Thriller« treu?
Treu bleiben ist so eine Sache. Ich liebe es ja, Genre-Grenzen
zu überschreiten. Das trifft auch auf meinen neuen Roman
»Elementarschaden« zu. Das ist unbedingt ein Krimi, aber
auch Roadmovie, Liebesgeschichte, Satire. Ich bin der Meinung,
dass Überraschungen in die Literatur gehören.
2. »Kriegsgebiete« thematisiert ein – leider immer noch –
brandaktuelles Thema, die Entsendung von deutschen Truppen
nach Afghanistan. Was hat Sie an der Geschichte des Protagonisten
Daniel, eines schwer traumatisierten Berufssoldaten,
gereizt?
Regelmäßiger Nachrichtenkonsum lässt einen über so eine Geschichte
stolpern: Wie aus humanitärer Aufbauhilfe ein
Kriegseinsatz wird. Außerdem sind beschädigte Charaktere
viel interessanter als Helden. Deshalb ist Batman spannend
und Superman nervt.
3. In Ihrem Buch fasziniert nicht nur die spannende Handlung,
sondern auch der sarkastische, rasante Sprachstil mit deutli-chen Anleihen an die Comic- und Popkultur, was der Story
einen zusätzlichen Drive verleiht. Wie würden Sie Ihren Stil
beschreiben, gibt es literarische Vorbilder?
Tatsächlich haben mich Comics, Filme und natürlich Musik wenigstens
genau so geprägt wie Literatur. Speed, Schnitttechnik,
Rhythmus habe ich auch da gelernt. Ich mag zum Beispiel
sehr gern die Band »The Smiths«. Vermutlich ist mein Stil sehr
»The Smiths«-lastig.
4. Traditionell wirken die Glauser-Preisträger im Jahr nach
ihrer Prämierung als Juroren mit, zu erwarten sind 2014 in
Ihrer Sparte »Roman« circa 300 Wettbewerbsbeiträge. Wie
geht man diese Aufgabe an?
Mit möglichst viel Gelassenheit. Außerdem schafft man Stauraum
und kauft sich ein neues Bücherregal. Als Fußballfan
nehme ich mir natürlich vor, fair zu bleiben.
5. Der Buchmarkt wird immer größer, zahllose Neuerscheinungen
buhlen jedes Jahr um die Aufmerksamkeit potenzieller
Leser. Was raten Sie einem angehenden Autor, der auf der
Suche nach einem Verlag ist?
Gerade steht ja »Plotten« hoch im Kurs. Ich finde, angehende
Autoren sollten erst mal »schreiben«. Einfach, was aus ihrem
Hirn und ihrem Bauch platzt. Was unbedingt raus muss. Vielleicht
bin ich da zu wenig erfolgsorientiert, sondern von Jazz
und Punk geprägt, aber nur so lernt man sich kennen: Indem
man Dinge tut. Außerdem sollte man als angehender Autor
frustresistent sein.
(Das Interview führte Eva Weigl)

Vorsicht altes Foto (von der Leipziger Buchmesse 2013)! Leicht daran zu erkennen, dass ich damals noch für den "Glauser" nominiert war. Mittlerweile habe ich ihn zu Hause stehen.

 

Leseprobe KRIEGSGEBIETE

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse veröffenlicht der Bookspot-Verlag eine Leseprobe zu meinem Thriller KRIEGSGEBIETE, der mit Friedrich-Glauser-Preis 2013 ausgezeichnet wurde. Das kleine Taschenbüchlein passt wirklich in jede Jackentasche. Also entweder bei der Buchmesse in Halle 4 / Stand 302 vorbeischauen und die Leseprobe für lau abgreifen – oder hier einfach mal reinschmöckern (einfach Link andrücken / PDF-Reader erforderlich):

 

B_Kriegsgebiete02_72DPI

 

Erste Hilfe: Wie schreibe ich einen Liebesbrief?

Wer zum Valentinstag im letzten Moment einen Liebesbrief verfassen will, dem wird hier geholfen. Hilft aber auch ganzjährig.

Puuh, schon wieder Valentinstag.

Ein Liebesbrief ist fällig – vor allem, wenn weitergehende Ziele anvisiert werden.

Und dann passierts:

Schreibblockade.

Stopp! Ganz schlechte Idee, deine Angebetete oder deinen Angebeteten eine SMS nach der anderen zu schicken und mit One-Linern aus deinem neuen Lieblingsalbum zuzutexten. Das ist so eine Aktion, die alle machen, denen nichts einfällt. Der Nerv-Faktor ist extrem hoch!

Also, lieber noch mal hinsetzen und ein paar Regeln beachten:

Auch wenn der Regenwald stöhnt – du verschickst deinen Liebesbrief eben nicht per Mail oder per SMS, sondern setzt dich vor ein Blatt Papier (von Papier haben vielleicht die Älteren von euch schon gehört). Es muss nicht unbedingt rosa oder parfümiert sein. Das hat man früher gemacht, um den Brief aus der Masse an Postsendungen hervorzuheben. Das ist heute nicht mehr nötig: Gegenwärtig ist ein handschriftlich beschriebener Umschlag im Briefkasten schon eine Rarität. Richtig gehört: Du schreibst per Hand. Ja, klar hast du eine Sauklaue. Gib dir gefälligst ein wenig Mühe! Das ist ja das Mindeste, was man erwarten kann. Oder wenn’s gar nicht anders geht, schmierst du wie immer. Das ist dann Ausdruck deines persönlichen Lebensgefühls und macht dich im Zweifelsfall noch interessanter, als du sowieso schon bist. Das Ausblenden sämtlicher Rechtschreib- und Grammatikregeln wird übrigens meistens nicht als individueller Stil gewertet, sondern lässt dich als kompletten Idioten dastehen.

Im Liebeswahn kommen die Menschen auf die irrsinnigsten Gedanken, zum Beispiel sich edler und gehobener auszudrücken. Auf die Art “edel” und “gehoben”, wie sie es mal in einem Film gehört haben, in den sie vom verflossenen Lebensabschnittspartner ins Kino geschleppt wurden. Glaub mir: So etwas solltest du nicht tun! Der Versuch anders zu sein, als in Echt, wirkt schnell peinlich. Auch wenn du nicht gerade von deinen literarischen Talenten überzeugt bist, darfst du den Liebesbrief in deiner Art, in deinem Stil verfassen. SIE/ER wird dich dafür umso mehr mögen.

Ich will das mal mit einem einfachen Beispiel verdeutlichen. Was meinst du – welcher Satz klingt glaubhafter?

“Ich weiß, dass du Rosen magst. Deshalb hab ich die im Botanischen Garten geklaut.”

“Ich bin mir deiner Zuneigung zu Rosen bewusst. Deshalb habe ich mir diese edlen Gewächse im Botanischen Garten angeeignet.”

Wahrscheinlich kommen nur Männer auf die absurde Idee, einen Brief in der Sprache der Aristokratie des Viktorianischen Zeitalters abzufassen, um ihre Liebste zum Lachen zu bringen. Jungens, glaubt mir, dass Frauen an Männern vor allem “Humor” schätzen, ist eine Lüge. Es ist empirisch erwiesen, dass Frauen in Umfragen öfter die Unwahrheit sagen als Männer.

Setz das Ziel deiner Begierde nicht unter Druck. Wenn du Sachen schreibst wie “ohne dich will ich nicht mehr leben” oder “wenn du mir nicht antwortest, spring ich von der Brücke” solltest du besser darüber nachdenken, dir bei einem Therapeuten Hilfe zu holen – und nicht, eine Liebesbeziehung eingehen zu wollen.

Natürlich klingt es effizient, wenn man einmal einen Liebesbrief schreibt und diesen als Muster für alle künftigen Liebesbriefe verwendet – allerdings nur, wenn man mehr Wert auf Quantität, als auf Qualität legt. Die Herzdame oder der Herzbube will schon persönlich angesprochen werden. Stell dir doch einfach mal vor, was diese EINE Person zu etwas Besonderem für dich macht. Das ist wichtig! Deshalb ist es auch eine ziemlich dumme Idee, auf die Angebote für vorgefertigte Liebesgedichte und Sprüche im Netz zurückzugreifen. Aus den Nachrichten weiß man, dass Plagiate bei Enttarnung mit voller Wucht auf den Plagiator zurückfallen. Im Falle eines Liebesbriefs kann das dazu führen, dass einem eben genau dieser um die Ohren gehauen wird – und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Wer überhaupt keine eigene Idee hat, kann sich von den klassischen Liebesbriefen inspirieren lassen: Franz Kafka, der Komponist Robert Schumann und natürlich der unvermeidliche Goethe waren zum Beispiel glühende Liebesbriefschreiber. Allerdings gilt auch hier: Bloß kein Plagiat!

Zu viel Gelaber nervt. Deshalb sorg dafür, dass dein Liebesbrief durch den Spalt des Briefkastens passt und nicht als Paket zugestellt werden muss.

Und jetzt mach”s dir erst mal bequem und schreib. Schreib einfach drauf los. Vielleicht bei einem Glas Wein (ja – Tee, Cola und Bier gehen auch). An einem Ort, den du gerne magst. Such dir den richtigen Soundtrack (bitte keine Kuschelrock-CD aus den 80ern – das geht in die Hose!). Ein Liebesbrief lebt von echten und aufrichtigen Gefühlen. Also von dir. Tu es einfach!

Nr. 5 lebt!

Doch schon wieder so weit? Und tatsächlich schon zum 5. Mal? Darauf einen Escorial Grün! Ich freue mich auf meine Gäste Eva Döhla, Albert Rambacher und Peter Kampschulte.

Veröffentlicht unter Info

Menschenrechte haben keinen Kuschelfaktor

Eine Giraffe ist im Kopenhagener Zoo geschlachtet worden. Das ist Scheiße, aber die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit ist für ein paar Tage fokusiert. Daneben geht ein wenig unter, dass auch Menschen hingerichtet werden. Meine Kollegen. Warum regen sich alle eigentlich so viel mehr auf, wenn gegen Tierrechte verstoßen wird? Vermutlich, weil Tiere putziger sind. Menschenrechte haben keinen Kuschelfaktor.

http://alischirasi.blogsport.de/2014/02/10/iran-hinrichtung-eines-dichters-2/

Glauser-Nominierungen 2014

Freude beim Bookspot Verlag! Nach meinem Thriller KRIEGSGEBIETE 2013 wurde auch dieses Jahr ein Buch aus dem Bookspot Verlag für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte “Roman” nominiert: HERRN PETERMANNS UNBEDINGTER WUNSCH NACH RUHE von Michael Böhm. Das ist schon jetzt ein schöner Erfolg. Herzlichen Glückwunsch – auch an alle anderen Nominierten.

Sämtliche  Nominierungen finden sich auf der Homepage des SYNDIKATS:

http://www.das-syndikat.com/nominiert-2014/

 

Veröffentlicht unter Info

ZONAS DE GUERRA

Descripción

  Profundamente traumatizado por su experiencia en la guerra de Afganistán como soldado de élite, Daniel Schramm regresa a su tierra, en donde vive completamente desorientado. Su matrimonio ha naufragado y su esposa Melanie se ha ido a vivir con su nueva pareja. La vida de Daniel ha tocado fondo. En su entorno comienzan a suceder crímenes terribles y Daniel se convierte en sospechoso para la policía, pero él comienza a investigar por su cuenta para intentar descubrir quién se encuentra detrás de los asesinatos. Se pregunta si no será él el asesino, si una parte de su doble personalidad esquizofrénica ha comenzado a matar en serie y la otra no es capaz de recordar tales actos.

JETZT AUCH AUF SPANISCH!

Veröffentlicht unter Info