GEORGIA O’KEEFFE – Immer wieder verloren gehen

Vor ein paar Wochen machte ein Facebook-Spiel die Runde, mit dem man mehr Kunst ins soziale Netzwerk bringen konnte. Damit die Kunst dort nicht eingesperrt bleibt, könnt ihr hier meine beiden Texte lesen, die aus diesem Anlass entstanden. Nina George hat mich eingeladen einen Text zu Georgia O’Keefe zu posten. Danke, Nina – hat Spaß gemacht.

Georgia O'Keeffe, 1918 - Quelle: Wikipedia

Georgia O’Keeffe (* 15. November 1887 in Sun Prairie, Dane County, Wisconsin; † 6. März 1986 in Santa Fe, New Mexico) zählt zu den bekanntesten US-amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts.

Immer wieder verloren gehen. Erst Geldmangel. Dann Depression. Sich dorthin zurückziehen, wo es karg und menschenfeindlich ist. New Mexico. Eigentlich eine Männerdomäne/Gary-Cooper-Land. Schönheit in den Dingen entdecken, die DA sind. Immer DA waren. Auf die man sich verlassen kann. Anmalen gegen die Depression. Dem fetten haarigen Monster kräftig in den Arsch treten. Frau kann in der Wüste Wasser finden. Selbst als das Augenlicht nachlässt im hohen Alter: Weitermalen. Wolken. Wolken kann man nicht einfach abzeichnen – man kann sie nicht mal richtig anschauen, ohne sich etwas vorzustellen. Georgia O’Keeffe hat die weiblichste, sinnlichste Form der Malerei geschaffen, die ich kenne. Alles ist hell, alles ist rund, alles öffnet sich. Unweigerlich stellt sich im Kopf des Betrachters Musik zu den Bildern ein. Zum Beispiel von Joanna Newsom, einer Nachfahrin, die etwas ähnlich Weibliches mit Klängen, mit ihrer Stimme macht. Lautmalerei.
Nach Georgia O’Keeffe wurde ein Saurier benannt.

Ram's Head White Hollyhock and Little Hills, 1935 - Quelle: Wikipedia

ARNOLD BÖCKLIN – Ein bisschen Zauber muss bleiben

Vor ein paar Wochen machte ein Facebook-Spiel die Runde, mit dem man mehr Kunst ins soziale Netzwerk bringen konnte. Damit die Kunst dort nicht eingesperrt bleibt, hier meine beiden Texte, die aus diesem Anlass entstanden.                  Rainer Wittkamp bat mich um einen Text zu Arnold Böcklin. Gern geschehen.

„Selbstbildnis mit fiedelndem Tod“, 1872 - Quelle: Wikipedia

Arnold Böcklin (* 16. Oktober 1827 in Basel; † 16. Januar 1901 in San Domenico bei Fiesole, Provinz Florenz) war ein Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus.

Immer auf Reisen. Und irgendwann landen sie dann doch in Italien. Das Licht ist anders und die Gefühle etwas größer. Theater. Zuerst fallen die Gesten bei Böcklins Figuren auf. Sie sind immer ein klein bisschen over the top. Auch die Körperhaltung ist überdeutlich. Große Oper. Besonders sinnlich gelang Böcklin „Im Spiel der Wellen“: Man möchte sich hingeben, mitspielen. Böcklins Landschaften sind für Menschen überdimensionierte Kulisse. Peter Jackson hätte seine Freude daran. Sofort würde er eine Trilogie daraus machen. Tatsächlich malt Böcklin „Die Toteninsel“ in fünf Versionen. Dafür, dass Hitler die dritte kauft und in den Berghof hängt, kann er nichts. Vielleicht hat sie den Führer wie mich an Avalon denken lassen – wir wissen: der Fährmann nimmt nicht jeden mit. Um sich mit einem fiedelnden Tod selbst zu malen, muss man aber schon einen Arsch in der Hose haben. Natürlich konstruiert Böcklin Flugapparate. Keiner fliegt. Ein bisschen Zauber muss bleiben.

Die Toteninsel, dritte Version, 1883 - Quelle: Wikipedia

 

Juror: Ein Jahr Entdeckungsreise durch den deutschsprachigen Krimi

Glauser-Preis-Verleihung am 20. April 2013 in Bern: v.l.: Gunter Gerlach (Ehrenglauser), Roland Spranger (Roman), Regina Schleheck (Kurzkrimi), Susan Kreller (Kinder- und Jugendkrimi), Marc-Oliver Bischoff (Debüt). / Foto: Petra Busch

Was hab ich mich gefreut… Am 20. April 2013 wurde mir der Friedrich-Glauser-Preis 2013 in der Königssparte “Roman” zum Abschluss der Criminale in Bern verliehen.
Nach dem Ende der Gala und noch vor Beginn der Party (also zu einem Zeitpunkt an dem ich gerade noch ansprechbar war) kam Syndikats-Mitgangster Theo Pointer auf mich zu und fragte mich, ob ich als Preisträger nicht Teil der “Roman”-Jury des nächsten Jahres sein möchte. Ich fand: Das ist eine schöne Tradition! – (finde ich immer noch) – Und schon hatte ich ein blaues Notizbuch in der Hand. Darauf mein Name in weißen Lettern. Und ein goldenes (!) SYNDIKATS-Siegel.
Jetzt wird es ernst. Es ist 2014: Ich muss was in das Notizbuch schreiben.
Aus verlässlichen Quellen weiß ich, dass den Juroren auch schon mal Buchbomben mit 20 oder 30 Büchern geliefert werden. Puh, ich muss unbedingt mal mit meiner Postbotin sprechen. Ihr eine Packung Pralinen schenken oder so.
Meine sehr geschätzte Lektorin nennt die Juroren-Tätigkeit “deine Ü-50-Hobbies”. Recht hat sie. Für das Schreiben muss unbedingt auch noch Zeit sein. Hm. Zeitmanagement war noch nie so mein Ding.
Trotzdem: Ich freue mich auf diese vielen Bücher. Auf ein Jahr Entdeckungsreise durch den deutschsprachigen Krimi.
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Jetzt noch geheimer…

"Nachtgebiete - Gwaaf zur Nacht" Zeit: Do. 09.01.13 - 20 Uhr 15 Ort: KunstKaufHaus Hof. Noch geheimer, noch mehr ohne Werbung. Und wieder mit illustren Gästen. Sowie allerlei Verschwörungstheorien.

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