Authentisches Gespräch über authentische Typen am Beispiel Jean Pauls

Jean Paul widmet sich seiner Lieblingstätigkeit beim Treffen der Jean-Paul-Sympathisanten im Galeriehaus Hof am 22.02.2013.

Gegenwart.

B.Punkt zeitungslesend und K.Punkt schwadronierend in einem kleinen Kafé in Kuhschnappel.

 

K.Punkt:

Ich wor die letzten zwa Toch nirgends.

(Regieanweisung: keiner ist interessiert)

Des Wetter.

Die Leit.

Ich hob nur mich ausghalten. Und des Fernsehen.

(noch immer ist keiner interessiert)

Alles. Ich hob mir Alles angschaut.

 

B.Punkt:

Gestern wurde das Jean-Paul-Jahr mit einer fuliminanten Lesung von Eberhard Schmidt eröffnet.

 

K.Punkt:

Warum kriech ich so wos eigentlich net mit?

(Fußnote: Weil du die letzten 2 Tage zu Hause warst. Fernsehen.)

Und wos hot der Schmidt gelesen?

 

B.Punkt:

Aus dem Siebenkäs.

(vorsicht Fachwissen)

Der Siebenkäs war ja der erste Eheroman in Deutschland.

 

K.Punkt:

Ehe brauch ich net. Mach mal zwa Fernsehtage mit Ehe. Des get doch gor net.

(vorsicht nur partielles Wissen)

Der hat runden Geburtstag der Jean Paul, oder?

 

B.Punkt:

250sten.

 

K.Punkt:

Respekt.

Ich moch den Jean Paul.

Der hot gern an übern Durst getrunken.

Der wor ja Biertrinker.

Noch a Weizen, bitte.

Ich moch authentische Typen.

 

B.Punkt:

Es war tatsächlich Jean Pauls Prinzip, seine Sprech- und Schreiblust durch seine Trinkseeligkeit zu steigern. Er sagte selbst: „Andere trinken sich beredt – ich rede mich betrunken“.

 

K.Punkt:

Von dem ist doch des Zitat mit dem Kaffe und dem Bier.

 

B.Punkt:

Trink ich Kaffee vor Bier: so muss ich oft pissen.

 

K.Punkt:

So genau beobachtet.

Der Wahnsinn.

Ich moch authentische Typen.

Ich moch authentische Typen.

 

B.Punkt versucht sich wieder auf seine Zeitung zu konzentrieren. Während K.Punkt noch eine Weile seinen Lobgesang über „authentische Typen“ dem nicht geneigten Publikum im Kafé mitteilt und sich dabei vornehmlich selber meint. Schein-Authentisch. In die Authentizitätsfalle wäre Jean Paul nicht gegangen. Er war ein Meister der Selbstinszenierung. Ein Dichter, der sich zwar zum Gehaltsempfänger von Fürsten macht, aber seine Sperrigkeit bewahrt und ein seltsamer Vogel bleibt. Ein Kerl fürs Facebook-Zeitalter. Er hätte viele Klicks. Sogar die Intimität seiner Liebesbriefe war eine öffentlich Pose. Und das sich Betrinken. Das Schreiben, während des Trinkens. Nur vor Goethe wurde Jean Paul gewarnt. Dessen zeremoniösem Habitus. Goethe war der Zeremonien-Meister. Nächstes Level. Der Boss-Gegner. Einer, zum in den Arsch treten. Besonders unglaubwürdig sind Personen, die sich angeblich nie Gedanken über ihr Image gemacht haben.

Leute, eure Authentizität nervt.

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Jean-Paul-Sympathisanten (Trailer)

Hence Bauer-Härtel und Roland Spranger wandern und recherchieren zwischen Hukelum (Joditz) und Kuhschnappel (Hof) auf den Spuren Jean Pauls. Das Wetter ist scheiße, aber man muss ja nicht immer nur lesen.
Trailer zur Veranstaltung “Jean-Paul-Sympathisanten” im Galeriehaus Hof.

KRIEGSGEBIETE von Roland Spranger

Der neue Aufkleber auf meinem Buch KRIEGSGEBIETE. Der Friedrich-Glauser-Preis ist einer der beiden wichtigsten Krimipreise im deutschsprachigen Raum. Die Preisverleihung findet am 20. April in Bern (Schweiz) statt.

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JEAN-PAUL-SYMPATHISANTEN

Zeit: 22. Feb. 2013 – 19 Uhr 30

Galeriehaus Hof

Und schon der 250. Geburtstag!! Werner Weinelt und Roland Spranger laden einschlägig bekannte Jean-Paul-Sympathisanten ein, um einen frech-verspielten Abend lang den Jubilar zu feiern. Die passende Party-Musik steuert die Formation „Das dritte Ohr“ bei. Gereicht werden kulinarische Leckerbissen aus der „Küche der Armen“

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KRIEGSGEBIETE nominiert für den Friedrich-Glauser-Preis 2013

Ich freue mich.

KRIEGSGEBIETE wurde von der Autorenjury des SYNDIKAT (Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur) für den Friedrich-Glauser-Preis 2013 in der Kategorie “Roman”  nominiert. Der “Glauser” ist neben dem “Deutschen Krimipreis” die wichtigste Auszeichnung für Kriminalliteratur im deutschsprachigen Raum. Die diesjährige Verleihung findet am 20. April in Bern statt.
Hier der entsprechende Link mit allen Informationen:

Die Verleihung des Friedrich-Glauser-Preises 2013 findet im Rahmen der CRIMINALE 2013 in Bern statt

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