KRIEGSGEBIETE – “ohne Pathos und Effekthascherei breiter empfohlen”

Anlässlich meiner ersten Lesung in einer Bibliothek nach der Veröffentlichung meines Thrillers KRIEGSGEBIETE hier mal die hochoffizielle Rezension des ekz.bibliotheksservice (ehemals “Einkaufszentrale für öffentliche Büchereien”):

Schwer traumatisiert kehrt Daniel von seinen Einsätzen aus Afghanistan zurück, enge Räume sind ihm unerträglich, er kampiert auf einer Couch im Garten. Seine Frau verlässt ihn, mit der Tochter trifft er sich zu betreuten Gesprächen. Regelmäßige Besuche beim Psychiater, Begegnungen mit seinem Freund Maik und ein umfangreiches Sportprogramm sollen Daniel helfen, sein aus der Bahn geratenes Leben neu zu strukturieren.

Dann geschehen Morde in seiner engsten Umgebung und Daniel gerät unter Verdacht. Er beginnt, selbst zu recherchieren und glaubt an Verfolgungswahn. Die Lösung ist überraschend und plausibel.

Ohne Pathos und Effekthascherei, in einer eindringlich-reduzierten Sprache gibt
der Autor sensible Einblicke in die zerstörte Psyche eines Menschen, der sich auch als ein von Ängsten Getriebener seine Würde bewahrt. Ein packender Thriller, der manche humanitäre Intervention hinterfragt. Breiter empfohlen.

Rendel Morsbach

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Mittwoch 28. Nov., Stadtbücherei Hof

Am Mittwoch, den 28.11.2012 (20 Uhr) lese ich ich in der Stadtbücherei Hof. Neben meinem aktuellen Thriller KRIEGSGEBIETE stelle ich noch andere Texte vor, darunter bisher Unveröffentlichtes oder Noch-Nie-Gelesenes. Der Vorankündigung entnehme ich, dass im Anschluss an die Lesung ein Autorengespräch mit mir stattfindet… ein Vorgang, der wirklich selten eintritt. Das Rundum-Glücklich-Paket auch für den kleinen Geldbeutel: Der Eintritt ist frei!

 

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10 Songs mit Sex-Garantie

Fotoshooting: I CAN SEE YOUR AURA AND IT'S UGLY

Joy.de, das unbestechliche Online-Portal für Mode/Schönheit/Psychologie/Stars/Liebe/Horoskope und Alles-Was-Pink-Farben-Ist, verrät, „welche Songs laut einer aktuellen Umfrage am besten zu heißen Bettspielen passen, und welche sogar besser als jeder Sex sind“.

 

Hier die Top 10:

 

Platz 1: „Dirty Dancing“-Soundtrack

Platz 2: „Sexual Healing“ von Marvin Gaye

Platz 3: „Bolero“ von Maurice Ravel

Platz 4: „Take My Breath Away“ von Berlin

Platz 5: (alles von) Barry White

Platz 6: „Let’s Get It On“ von Marvin Gaye

Platz 7: „Unchained Melody“ von Righteous Brothers

Platz 8: „My Heart Will Go On“ von Celine Dion

Platz 9: „Je T’Aime“ von Serge Gainsbourg

Platz 10: „I Will Always Love You“ von Whitney Houston

 

Mal abgesehen vom unvermeidlichen (aber natürlich guten) Marvin Gaye fällt auf, dass ein Großteil der Befragten Film-Songs gewählt hat. Immer die desinfizierten Hollywood-Bilder von Menschen im Kopf, die sich klinisch rein, zu einem langweiligen Soundtrack verrenken. Oder noch schlimmer: Bilder von Menschen, die mit ausgebreiteten Armen am Bug eines Dampfers stehen. Selbst Ravels „Bolero“ wurde einem breiten Publikum erst durch die einschlägigen Szenen mit Bo Derek bekannt. Und alle wollen das nachspielen, auch wenn sie keine passenden Möbel haben. Und keinen Dampfer. Allerdings deutet das Auftauchen von Tom Cruise, Leonardo Di Caprio und Patrick Swayze (sogar 2mal, aber bereits tot) sowie das Fehlen von Bo Derek in der Bildgalerie von Joy.de darauf hin, dass in durchschnittlichen Schlafzimmern Frauen den Ton angeben. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Männer die Filmmusik auflegen, damit sich Frauen Cruise/di Caprio/Swayze DABEI vorstellen können, aber sind Männer wirklich so erfolgsorientiert (unter Verleugnung der eigenen Persönlichkeit und des eigenen im Bürosessel geschundenen Körpers)?„Je T’Aime“ fällt da aus dem Rahmen. Jane Birkins Gestöhne ist fast schon schmutzig im Vergleich zum Rest der Top-10-Songs. Bereits 1969 aufgenommen. Bei den Hippies war mehr los.

 

Die befragten Paare wurden übrigens von Joy.de direkt während des Geschlechtsverkehrs interviewt. Vermutlich waren sie froh über die Abwechslung. Bei so viel langweiliger Hintergrundmusik muss man schon dankbar sein, dass es mit der Fortpflanzung doch noch irgendwie klappt. Das nächste Mal vielleicht ohne Musik.

 

LIDL/SHELL – Schnauze voll! Einkaufswagen und Tank leer!!!

So liebe Leute,

es dauert ja immer ein bisschen bis mir der Kragen platzt, aber irgendwann passiert es dann doch! Aktuelle Ursache: Der supertooper Tankgutschein von LIDL: Wenn ich für mehr als 25 € einkaufe. Super Geschäftsidee! Weitere Vorschläge: Ermäßigte Waffenkäufe bei der Russenmafia. Oder verbilligtes angereichertes Uran aus Nordkorea.

Als Autor möchte ich auf das traurige Schicksal meines afrikanischen Autorenkollegen Ken Saro-Wiwa (ausgezeichnet mit dem “Alternativen Nobelpreis”) hinweisen, der sein Engagement gegen die Umweltkatastrophe im Niger-Delta (unter anderem von SHELL verursacht) mit dem Leben bezahlen musste. Tod durch  Erhängen. Natürlich rechtlich abgesichert durch einen Schauprozess, den die Lobby inszeniert hatte. Wer weitere Informationen braucht sollte sich einfach mal den Wikipedia-Artikel durchlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ken_Saro-Wiwa

Ich weiß ja nicht, wie es euch damit geht, bei all den billigen Preisen – und Geld ist ja ein starkes Argument – aber bei mir wird der Tank jedenfalls schon lange nicht mehr mit den tollen Formel-1-tauglichen Benzinmarken von SHELL gefüllt. Und künftig bleibt bei mir auch der Einkaufswagen bei LIDL leer. Ich habe keinen Bock drauf, das viel zu teure Benzin und meine Lebensmittel nicht nur mit meinem ehrlich verdienten Geld, sondern auch mit Umweltzerstörung und Blut zu bezahlen.

 

Ken Saro-Wiwa (Alternativer Nobelpreis 1994)

LETZTE CHANCE!

Jetzt noch mal mutig sein! Und sich vor das Schaufenster eines Sex-Shops stellen! Oder den November-Nebel ausnutzen. Den Jackenkragen hochgeschlagen. Vielleicht doch nur flüchtig im Vorbeigehen. Die Schaufensterbeleuchtung ist lange eingeschaltet. Die Dunkelheit setzt früh ein. Die Latex-Klamotten lenken von den Bildern ab. Ich bin übrigens in meiner Grünen Periode.

Meine Bilder bei Sexcellent Erotic World (Ex-Beate-Uhse / Lorenzstr. 30, Hof)

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Rollstuhlbadminton. Rollstuhlbasketball. Rollstuhltischtennis. Rollstuhlrugby.

Jörg Miethe VOLL AGGRO im Kaschlupp! (Landestheater Detmold)

(Auszug aus meinen Stück DAS COMEBACK DES JAHRES)

FYNN

Jetzt müsst ihr mich fragen.

 

ROXY

Was?

 

FYNN

Wie es mir geht.

 

NINA

Und wie geht’s?

 

FYNN

Total cool. Ich lerne langsam, das Ding zu fahren. Das Gute ist: Man kriegt wahnsinnige Armmuskeln. Das Schlechte: Die Beine verkümmern. Sie müssen regelmäßig gedehnt werden. Das ist vielleicht scheiße. Wenn andere Leute an einem rummachen. Irgendwann gewöhnt man sich angeblich daran, dass man als Behinderter ständig angegrapscht wird, aber ich habe mich noch nicht daran gewöhnt. War ein paar Wochenenden beim Mobiltätstraining. Damit ich möglichst wenig bewegt werden muss. Ich will den Fuck-Rollstuhl fahren können wie ein Pro. So, dass keiner mehr Rücksicht auf mich nehmen muss. Langsamer gehen, artig einen Schritt zur Seite machen, dabei nett lächeln. Mitleidig kann man auch sagen. Ich will nicht zurücklächeln. Ich will rücksichtslos sein. Skatermäßig. Voll aggro. Vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln. Slalom fahren durch die Rumsteher. Ohne Rücksicht auf die Füße. In der ersten Stufe des Mobilitätstrainings übst du mit dem Rollstuhl gegen Widerstände zu fahren. Bordsteine und so. Das klappt besser, wenn man sich dazu Motorengeräusch vorstellt. In der zweiten Stufe lernst du Treppen abwärts zu überwinden. Das ist spannend. Du klammerst dich mit beiden Armen an ein Geländer. Wenn du es loslässt, gibt es einen Fleck auf dem Betonboden. In der dritten Stufe probierst du verschiedene Sportarten aus. Rollstuhlbadminton. Rollstuhlbasketball. Rollstuhltischtennis. Und noch andere lustige Sachen.

 

ROXY

Es gibt doch diese nachgemachte Olympiade für Behinderte….

 

NINA

Paralympics.

 

ROXY

Die haben sogar Rollstuhlrugby als Disziplin. Vielleicht kannst du da mitmachen.

 

FYNN

Halt einfach die Fresse, Roxy.

Jörg Miethe als Fynn in der Detmolder Uraufführung meines Stücks DAS COMEBACK DES JAHRES

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